Ratgeber · Anwendungsfälle
Wann sich eine Bestandsaufnahme lohnt:
Sanierung, Umbau, Denkmal und mehr.
Eine digitale Bestandsaufnahme per 3D-Laserscan lohnt sich immer dann, wenn verlässliche Pläne fehlen oder nicht mehr stimmen: vor einer Sanierung, einem Umbau, beim Denkmal, für den Gebäudebetrieb oder vor einem Verkauf. Hier sehen Sie die häufigsten Anlässe und welches Ergebnis Sie jeweils brauchen.
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Sanierung und Altbausanierung
Vor einer Sanierung muss klar sein, was wirklich da ist: Raummaße, Wandstärken, Höhen, Fenster und Schiefstellungen. Alte Pläne zeigen oft einen Zustand, der Jahrzehnte zurückliegt. Der Scan liefert die aktuelle Grundlage, die Delta-Analyse macht schiefe Wände und unebene Böden sichtbar. Ein Beispiel ist die Sanierung eines Einfamilienhauses für ein Architekturbüro: vier Grundrisse, zwei Schnitte, vier Ansichten und eine Delta-Analyse der Fassade.
Das brauchen Sie meist: Punktwolke, Grundrisse und Schnitte (als Realitätsplan oder CAD), bei Bedarf Delta-Analyse.
Umbau und Bauen im Bestand
Wer Wände versetzt, ein Dachgeschoss ausbaut oder aufstockt, braucht genaue Maße als Planungsgrundlage. Für Architekten ist die Punktwolke ideal, weil sie auch Maße enthält, an die beim Termin noch niemand gedacht hat. So entfallen Nachaufmaße während der Planung.
Das brauchen Sie meist: Punktwolke und CAD-Pläne, bei größeren Projekten ein BIM-Modell über mein Netzwerk.
Denkmalschutz
Baudenkmäler haben selten rechte Winkel. Der Laserscanner arbeitet berührungslos, am Gebäude wird nichts befestigt. Realitätspläne zeigen Gewölbe, Verformungen und Durchbiegungen genau so, wie sie sind, und dokumentieren den Zustand vor einem Eingriff. Auch an historischen Gebäuden wie dem Augsburger Rathaus habe ich bereits gemessen.
Das brauchen Sie meist: Punktwolke und Realitätspläne als verformungsgetreue Dokumentation.
Facility Management und digitaler Zwilling
Für den Betrieb großer Gebäude braucht es aktuelle Flächen, Raumlisten und Pläne. Die Punktwolke ist bereits ein einfacher digitaler Zwilling: ein dauerhaftes, vollständiges Abbild des Gebäudes. Wird daraus ein BIM-Modell, lassen sich an die Bauteile zusätzlich Informationen hängen, etwa für Wartung und Flächenmanagement.
Das brauchen Sie meist: Punktwolke als Archiv, Grundrisse mit Flächen, bei Bedarf ein BIM-Modell.
Verkauf, Vermietung und Finanzierung
Im Exposé, im Mietvertrag oder für die Bank zählt die Wohnfläche. Ich berechne sie nach der Wohnflächenverordnung direkt aus dem Scan und stelle ein Zertifikat aus. Bei einer Maisonette-Wohnung am Augsburger Reese Park ergab das wesentlich mehr Fläche als vermutet. Bei einem Einfamilienhaus, dessen Pläne im Zweiten Weltkrieg verloren gingen, waren alle vier Geschosse in 45 Minuten erfasst.
Das brauchen Sie meist: Grundrisse und Wohnflächenberechnung nach WoFlV mit Zertifikat.
Neubau-Abnahme (As-built)
Nach der Fertigstellung zeigt ein Scan, wie das Gebäude tatsächlich gebaut wurde. Die Delta-Analyse vergleicht Wände, Decken und Böden mit der Sollgeometrie. Bei einer Neubau-Wohnung wurden so kleine Maßabweichungen und eine leicht schräge Außenwand dokumentiert.
Das brauchen Sie meist: Punktwolke, Grundriss und Delta-Analyse.
Handwerk und Maßanfertigung
Wenn Bauteile in der Werkstatt vorgefertigt und vor Ort nur noch eingebaut werden, müssen die Maße stimmen. Metallbauer, Schreiner und Trockenbauer nutzen die Punktwolke, um Ebenheit, Winkel und Maße vorab zu prüfen, statt auf der Baustelle nachzuarbeiten.
Das brauchen Sie meist: Punktwolke und Delta-Analyse des betroffenen Bauteils.
Gelände und Außenanlagen
Auch Gelände lässt sich erfassen. Für die Landesgartenschau Günzburg 2029 entstand in Kooperation mit der TH Augsburg ein digitales Geländemodell als Grundlage für die Planung einer neuen Brücke. Größere Flächen und Dächer erfasst bei Bedarf ViPoint-Air aus meinem Netzwerk per Drohne.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Bestandsaufnahme, Bestandsaufmaß und Bestandsdokumentation?
Die Bestandsaufnahme ist das Erfassen des vorhandenen Zustands eines Gebäudes. Das Bestandsaufmaß ist der maßliche Teil davon, also Längen, Höhen und Geometrie. Die Bestandsdokumentation ist das Ergebnis: Punktwolke, Pläne, Flächen und Berichte, die den Zustand dauerhaft festhalten.
Was ist ein digitaler Zwilling?
Ein digitaler Zwilling ist ein digitales Abbild eines realen Gebäudes. Die einfachste Form ist eine vollständige Punktwolke. Ein BIM-Modell mit Bauteilinformationen geht weiter und eignet sich auch für Planung und Gebäudebetrieb.
Lohnt sich eine Bestandsaufnahme auch für ein kleines Projekt?
Oft ja, zum Beispiel für eine Wohnflächenberechnung oder einen neuen Grundriss einer Wohnung. Der Mindestauftragswert liegt bei 450 € netto. Ob sich der Scan für Ihr Vorhaben lohnt, sage ich Ihnen ehrlich im Erstgespräch.
Ihr Anlass ist nicht dabei?
Beschreiben Sie mir kurz, was Sie vorhaben. Ich sage Ihnen, welches Ergebnis Sie brauchen, und schicke Ihnen innerhalb eines Werktags ein Angebot.
