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Ratgeber · Aufmaßverfahren

Laserscan oder klassisches Aufmaß?
Der Vergleich für Ihr Bestandsgebäude.

Ein 3D-Laserscan erfasst ein Gebäude vollständig und millimetergenau auf einmal, ein klassisches Handaufmaß nur die Maße, die vor Ort bewusst gemessen werden. Welches Verfahren sich lohnt, hängt von Gebäude, Zweck und Budget ab. Hier finden Sie die Unterschiede, die Vor- und Nachteile und eine einfache Entscheidungshilfe.

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So funktioniert ein klassisches Aufmaß

Beim Handaufmaß misst jemand vor Ort mit Zollstock, Maßband oder Laserentfernungsmesser einzelne Strecken und trägt sie in eine Skizze ein. Daraus entsteht später am Rechner eine Zeichnung.

Bei einfachen, rechteckigen Räumen ist das schnell erledigt. Bei verwinkelten Altbauten, Dachschrägen oder vielen Räumen wird es aufwendig. Und alles, was vor Ort nicht gemessen wurde, fehlt später. Dann ist ein zweiter Termin nötig, ein sogenanntes Nachaufmaß.

So funktioniert ein 3D-Laserscan

Beim terrestrischen Laserscanning steht der Scanner auf einem Stativ und misst seine Umgebung rundum: Millionen Punkte mit ihrer genauen Lage im Raum. Nach wenigen Minuten wechselt er den Standort. Am Rechner werden alle Scans zu einer Punktwolke zusammengefügt.

Aus dieser Punktwolke lassen sich Pläne, Flächen und Modelle ableiten, auch Jahre später noch. Neben Stativ-Scannern gibt es Handscanner und Smartphones mit LiDAR-Sensor. Sie sind schneller, messen aber in der Regel ungenauer. Für Planungsunterlagen und Wohnflächenberechnungen empfehle ich einen terrestrischen Scanner.

Der direkte Vergleich

Kriterium3D-LaserscanKlassisches Aufmaß
GenauigkeitMillimeterbereich; der Leica BLK360 laut Datenblatt 6 mm auf 10 mabhängig von Sorgfalt und Zugänglichkeit, oft Zentimeterbereich
Zeit vor Ort3–15 Minuten pro Raumjede Strecke wird einzeln gemessen und notiert
Vollständigkeitalles Sichtbare wird erfasstnur bewusst gemessene Maße
Schiefe Wände, Gewölbewerden so erfasst, wie sie sindwerden meist rechtwinklig vereinfacht
Nachträgliche Maßejederzeit aus der Punktwolke, ohne neuen Terminneuer Termin vor Ort nötig
ErgebnisPunktwolke, Realitätspläne, CAD, BIMSkizze und daraus gezeichnete Pläne
Kostenlohnt sich ab mehreren Räumen und bei komplexem Bestandkann bei einzelnen, einfachen Räumen günstiger sein

Wann reicht ein klassisches Aufmaß?

  • Sie brauchen nur die Grundfläche eines einfachen, rechteckigen Raums
  • Es geht um wenige Einzelmaße, etwa für ein Möbelstück
  • Eine Genauigkeit im Zentimeterbereich genügt

Wann ist ein Laserscan die bessere Wahl?

  • Altbauten mit schiefen Wänden, Gewölben oder unterschiedlichen Raumhöhen
  • Dachgeschosse, bei denen die Wohnfläche nach WoFlV genau berechnet werden muss
  • Gebäude mit mehreren Geschossen und vielen Räumen
  • Ihr Architekt oder Planer braucht eine vollständige Grundlage, bis hin zum BIM-Modell
  • Abweichungen sollen sichtbar werden, etwa Schiefstellungen oder unebene Böden
  • Die Maße sollen langfristig verfügbar bleiben, ohne Nachaufmaß

Wie viel ein vollständiges Aufmaß aufdecken kann, zeigt ein Projekt im Augsburger Martini Park: In zwei Lagerhallen fanden sich Zwischenwände, die in keinem der alten Pläne eingezeichnet waren.

Ist ein Laserscan nicht viel teurer?

Nicht unbedingt. Der Scan selbst ist schnell erledigt: Eine Wohnung mit acht bis zehn Zimmern ist in etwa einer Stunde erfasst. Gespart wird vor allem später, weil keine Nachaufmaße nötig sind und Planungsfehler durch falsche Maße seltener werden.

Bei einzelnen, einfachen Räumen kann ein Handaufmaß trotzdem günstiger sein. Was ein Laserscan für Ihr Gebäude kostet, berechnen Sie als Richtpreis im Kalkulator.

Häufige Fragen

Wie genau ist ein 3D-Laserscan?

Laut Datenblatt des Herstellers Leica erreicht der BLK360 eine Genauigkeit von 6 mm auf 10 m Entfernung. Im Innenraum liegt die Abweichung durchschnittlich bei rund ±2 mm. Die tatsächlich erreichbare Genauigkeit hängt von Gebäudegröße, Geometrie und Messsituation ab.

Müssen die Räume für einen Laserscan leer sein?

Nein. Möbel können stehen bleiben, solange der Scanner die Ober- und Unterkante jeder Wand sieht. Große Spiegel sollten abgedeckt sein. Für Realitätspläne sind leere Räume besser, weil Möbel sonst Teile der Wände verdecken.

Reicht ein Scan mit dem Smartphone?

Für einen groben Überblick kann ein Smartphone-Scan reichen. Für Pläne, mit denen geplant und gebaut wird, oder für eine belastbare Wohnflächenberechnung ist ein terrestrischer Laserscanner deutlich besser geeignet, weil er genauer und vollständiger misst.

Welches Verfahren passt zu Ihrem Gebäude?

Schreiben Sie mir, um welches Gebäude es geht und wofür Sie die Maße brauchen. Ich sage Ihnen ehrlich, ob sich ein Laserscan lohnt.

Zuletzt aktualisiert:

Vitwin ist ein Anbieter für 3D-Gebäudevermessung, Laserscanning und Bestandsdokumentation mit Sitz in Augsburg. Inhaber Lenny Heinrich vermisst Gebäude in Bayern im Umkreis von rund 150 km um Augsburg selbst mit einem Leica-BLK360-Laserscanner. CAD- und BIM-Modelle (Scan-to-BIM), Drohnenvermessung sowie Aufmaße im Münsterland und Ruhrgebiet vermittelt Vitwin über sein Netzwerk.